Beschriftungsbetriebe
Teil von 5 Fragen an Beschriftungsbetriebe vor der Auftragserteilung
Beschriftungsbetriebe Beauftragung Checkliste für den Auftrag
Beschriftungsbetrieb beauftragen: Checkliste mit Unterlagen, Schritten, Rechenbeispiel, Vertragsbestandteilen und Ansprechpartnern bei IHK und Handwerkskammer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fünf Unterlagen, drei Angebote, ein schriftlicher Werkvertrag: das ist der Kern der Beauftragung.
- Reale Anbieter wie Schilderwerk Beutha, Kroschke oder regionale Schilder- und Lichtreklamehersteller decken unterschiedliche Aufgaben ab.
- Beim Werkvertrag zählen Leistungsverzeichnis, Frist, Festpreis und Abnahme.
- Mängelansprüche verjähren nach § 634a BGB in zwei Jahren, bei Bauwerken in fünf Jahren.
- Handwerksrolle, Betriebshaftpflicht und Nachunternehmer vor der Vergabe klären.
Fünf Unterlagen gehören in die Anfrage
Ohne bemaßte Daten kalkuliert kein Betrieb verbindlich.
| Dokument | Inhalt | Format |
|---|---|---|
| Objektfotos | Fassade, Umfeld, Betrachtungsabstand, Lichtsituation | JPG oder PDF |
| Maßskizze | Breite, Höhe, Montagehöhe, Untergrund | PDF oder DWG |
| Logodaten | Freisteller, Schutzraum, Schriftart | SVG, EPS, AI oder PDF |
| Farbwerte | Hausfarbe, RAL, Pantone oder HKS | Farbmuster plus Angabe |
| Genehmigungen | Bauamt, Denkmalschutz, Vermieter | schriftliche Freigabe |
Fotos zeigen Betrachtungsabstand und Lichtsituation. Daraus leitet der Betrieb Schriftgröße, Materialstärke und Befestigung ab.
Eine Pixeldatei mit 72 dpi reicht für ein drei Meter breites Schild nicht. Verlangen Sie Vektordaten und lassen Sie die Datei vor der Freigabe prüfen.
Werbeanlagen können nach Landesbauordnung genehmigungspflichtig sein. Klären Sie vorab, ob Bauamt, Denkmalschutz oder Vermieter zustimmen müssen. Fehlt die Freigabe, droht der Rückbau auf Ihre Kosten.
In fünf Schritten zum Auftrag
- Bedarf festlegen: Stückzahlen, Standorte, Montagehöhe, Termin und Budget notieren.
- Angebote einholen: bei größerem Volumen mindestens drei Betriebe anfragen.
- Vergleichen: Material, Folientyp, Montage, Entsorgung, Frist und Preis getrennt bewerten.
- Betrieb prüfen: Referenzen, Betriebshaftpflicht und Nachunternehmer abfragen.
- Beauftragen: Auftrag schriftlich erteilen und das Leistungsverzeichnis beifügen.
Der Preis allein entscheidet nicht. Eine gegossene Folie kostet mehr als eine kalandrierte und hält außen länger. Rechnen Sie beide Varianten über die geplante Nutzungsdauer.
Rechenbeispiel: acht Fassadenschilder
Beispielrechnung mit angesetzten Preisen, nicht mit Marktpreisen.
Angesetzt sind acht Fassadenschilder aus Aluminium-Verbund, 3 mm stark, 60 mal 40 Zentimeter, Digitaldruck kaschiert, Montage auf Wärmedämmverbundsystem. Je Schild 120 Euro, dazu 45 Euro Montage, 80 Euro Anfahrt und 90 Euro für das Nachmessen. Summe: 1.490 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 1.773,10 Euro. Ihre Angebote ersetzen diese angesetzten Preise.
Fragen Sie Platte, Druck, Montage und Anfahrt getrennt ab. Pauschalen verdecken den Unterschied zwischen zwei Anbietern.
Anbieter und Nachweise konkret prüfen
Nennen Sie in der Anfrage vergleichbare Betriebe mit Namen. Die Schilderwerk Beutha GmbH in Sachsen fertigt Fassadenschilder und Serienbeschriftungen. Die Peter Kroschke GmbH in Ahrensburg liefert Kennzeichen und Fahrzeugbeschriftungen. Ströer aus Köln vermarktet Werbeflächen, fertigt aber keine Schilder für Ihre Fassade.
Bei Folien zählt der Typ: ORACAL von ORAFOL aus Oranienburg, Scotchcal und Controltac von 3M sowie Produkte von Avery Dennison sind gängige Marken. Fragen Sie Marke, Typ und Kleber ab, nicht nur nach Folie.
Regionale Betriebe finden Sie über die Betriebssuche der Handwerkskammern. Verlangen Sie den Handwerksrolleneintrag, die Betriebshaftpflicht mit Deckungssumme, die Namen der Nachunternehmer und die Entsorgung der Altfolie.
Was im Werkvertrag stehen muss
Ein Beschriftungsauftrag ist ein Werkvertrag nach §§ 631 ff. BGB. Bei Bauleistungen kann die VOB/B vereinbart werden. Halten Sie schriftlich fest:
- Leistungsverzeichnis mit Maßen, Mengen, Material und Folientyp
- Ausführungsfrist, Zwischentermine und Verzugsregelung
- Festpreis, Zahlungsplan und Preise für Nachträge
- Abnahme, Mängelrüge und Gewährleistungsfrist
- Versicherung, Entsorgung und Eigentumsvorbehalt
Nach § 634a BGB verjähren Mängelansprüche in zwei Jahren, bei einem Bauwerk in fünf Jahren. Mit VOB/B gilt § 13 VOB/B: vier Jahre bei Bauwerken, zwei Jahre bei sonstigen Leistungen.
Nachträge sind der häufigste Streitpunkt. Vereinbaren Sie, dass Änderungen schriftlich beauftragt und vor der Ausführung bepreist werden. Die Abnahme dokumentieren Sie mit Datum, Fotos und Unterschrift.
Klären Sie vor der Vergabe, ob der Betrieb in die Handwerksrolle gehört. Welche Gewerke zulassungspflichtig sind, steht in Anlage A der Handwerksordnung; das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fasst die Regeln der Handwerksordnung zusammen. Die Handwerkskammer führt die Handwerksrolle und erteilt Auskunft über Eintragungen.
Bei Vertragsfragen berät die IHK; der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bündelt Themenfelder zu Recht, Steuern und Vergabe. Zuständigkeiten im Handwerk beschreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unter Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten im Handwerk.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Werbeanlage eine Genehmigung?
Häufig ja. Werbeanlagen regeln die Landesbauordnungen. Fragen Sie vor der Beauftragung beim Bauamt nach und lassen Sie die Zustimmung schriftlich geben.
Wie viele Angebote sind sinnvoll?
Bei Aufträgen ab einigen Tausend Euro mindestens drei. So vergleichen Sie Material, Montage und Frist statt nur den Endpreis.
Muss der Betrieb in die Handwerksrolle?
Das hängt vom Gewerk ab. Fragen Sie vor der Auftragserteilung bei der Handwerkskammer nach dem Eintrag und lassen Sie ihn sich bestätigen.
Welche Folie hält außen am längsten?
Gegossene Folien wie ORACAL 751 oder Scotchcal halten außen länger als kalandrierte. Der Aufpreis rechnet sich bei mehr als fünf Jahren Nutzungsdauer.