Fahrzeugbeschriftung

Teil von Fahrzeugbeschriftung: Planung, Folien und rechtliche Grenzen

Fahrzeugbeschriftung mit Folie oder Lack im Vergleich

Fahrzeugbeschriftung Folie oder Lack im Vergleich: Kosten je Quadratmeter in Euro, Haltbarkeit, Werkstattaufwand, Rückrüstung und rechtliche Vorgaben für Flotten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Folierung kostet je Quadratmeter meist 30 bis 80 EUR netto, eine Lackierung 150 bis 400 EUR netto.
  • Gegossene Folie hält auf senkrechten Flächen fünf bis sieben Jahre, Kalanderfolie zwei bis vier Jahre.
  • Ein Transporter steht für die Folierung ein bis drei Tage im Betrieb, für die Lackierung deutlich länger.
  • Kennzeichen, Leuchten und Sichtfeld des Fahrers bleiben bei jeder Variante frei.
  • Folie lässt sich auf Werkslack meist rückstandsfrei entfernen, Lack nur durch erneutes Lackieren.

Quadratmeterpreise: Folie und Lack in Euro

Für Flottenbetreiber ist der Quadratmeterpreis die praktischste Rechengröße, weil er sich auf jede Fahrzeuggröße übertragen lässt. Gegossene Qualitätsfolien kosten in der Werkstatt marktüblich 30 bis 80 EUR je Quadratmeter netto, einschließlich Reinigung, Material und Lohn. Kalanderfolien für kurze Einsatzzeiten liegen darunter, altern aber schneller.

Eine Neulackierung liegt bei 150 bis 400 EUR je Quadratmeter netto. Vorarbeiten wie Schleifen, Grundieren und Abkleben sind darin je nach Betrieb unterschiedlich enthalten, deshalb lohnt der Blick ins Angebot.

Rechenbeispiel: Kastenwagen mit 12 Quadratmetern Fläche

Ein Kastenwagen mit 12 Quadratmetern zu beschriftender Fläche: Bei 60 EUR je Quadratmeter kostet die Vollfolierung 720 EUR netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 856,80 EUR. Verteilt auf sechs Jahre Haltbarkeit sind das 10 EUR netto je Quadratmeter und Jahr.

Eine Lackierung derselben Fläche zu 250 EUR je Quadratmeter ergibt 3.000 EUR netto, inklusive Umsatzsteuer 3.570 EUR. Auf zehn Jahre gerechnet liegt sie bei 25 EUR netto je Quadratmeter und Jahr, Ausbesserungen noch nicht eingerechnet.

Haltbarkeit, Werkstattzeit und Rückrüstung

Gegossene Folie hält auf senkrechten Flächen fünf bis sieben Jahre, bei regelmäßiger Handwäsche und Garagenstellung länger. Kalanderfolie erreicht zwei bis vier Jahre. Waagerechte Flächen wie Dach und Motorhaube altern schneller, weil Sonne und Witterung stärker einwirken. Werkslack hält deutlich länger, doch eine spätere Nachlackierung erreicht diese Standzeit selten. Zudem muss der Farbton zur Originallackierung passen, sonst entstehen sichtbare Übergänge.

Der Zeitaufwand unterscheidet sich deutlich. Eine Folierung dauert je nach Fahrzeuggröße und Sonderaufbauten einen bis drei Arbeitstage. Lackierarbeiten binden das Fahrzeug wegen Demontage, Kabine und Trocknung meist eine Woche oder länger.

Nach dem Entfernen der Folie ist das Fahrzeug wieder im Zustand der Originallackierung, vorausgesetzt der Untergrund ist intakt. Eine Lackierung lässt sich nur durch erneutes Schleifen und Lackieren ändern.

Rechtliche Vorgaben nach StVZO und StVO

Werbung am Fahrzeug ist grundsätzlich erlaubt. Grenzen setzt die Straßenverkehrs-Ordnung: Nach § 23 darf die Sicht des Fahrers nicht behindert sein. Folien auf Frontscheibe und vorderen Seitenscheiben sind deshalb unzulässig, dunkle Tönungen an den hinteren Scheiben bleiben möglich. Für Leuchten und Reflektoren gilt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung: Diese Bauteile dürfen nicht überklebt oder überlackiert werden, weil ihre Bauartgenehmigung sonst erlischt.

Ein Unterschied zwischen Folie und Lack entsteht bei der Fahrzeugfarbe. Wird ein Fahrzeug durch Vollfolierung komplett umgefärbt, verlangt die Zulassungsstelle in der Regel eine Änderungsmitteilung, weil die Farbe in den Papieren dokumentiert ist. Teilfolierungen mit Werbung lösen diesen Schritt meist nicht aus.

Bei der Hauptuntersuchung prüfen TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS unter anderem Beleuchtung, Kennzeichen und Sichtverhältnisse. Eine Folie über einer Leuchte gilt als erheblicher Mangel.

Für Beschriftungen, die aus der Entfernung lesbar sein müssen, ist die Normschrift nach DIN 1451 verbreitet. Der zuständige Normenausschuss für Schrift und Kennzeichnung betreut sie. Werkstoffe und Beschriftungsträger behandelt der Normenausschuss für Materialien und Beschriftungsträger. Für Flotten ist das relevant, weil Folien und Lacke dieselben Anforderungen an Lesbarkeit und Kontrast erfüllen müssen.

Folie oder Lack: Entscheidungskriterien für Flotten

Beide Verfahren haben Bereiche, in denen sie überlegen sind. Folie passt zu Leasingfahrzeugen, weil sie sich vor der Rückgabe entfernen lässt und den Originallack schützt. Sie eignet sich für Kampagnen mit kurzer Laufzeit und für Fahrzeuge, die häufig umgestaltet werden.

Eine Lackierung lohnt sich, wenn die Beschriftung über die gesamte Nutzungsdauer bleiben soll und keine Rückrüstung geplant ist. Sie ist außerdem die robustere Lösung an stark beanspruchten Stellen wie Stoßfängern und Schwellern, an denen Folie leichter beschädigt wird. Bei Unfallschäden lässt sich Folie partiell ersetzen, während Lackarbeiten immer eine Farbtonanpassung erfordern.

Häufige Fragen

Was kostet die Folierung eines Transporters?

Für einen Kastenwagen mit 12 Quadratmetern Fläche liegt eine Vollfolierung in gegossener Qualität bei rund 720 EUR netto, also 856,80 EUR inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer. Teilfolierungen mit Logo und Kontaktdaten kosten entsprechend weniger, oft zwischen 150 und 500 EUR netto.

Wie lange hält eine Fahrzeugfolierung?

Gegossene Folie hält auf senkrechten Flächen fünf bis sieben Jahre, Kalanderfolie zwei bis vier Jahre. Sonne, Witterung und Waschanlagen verkürzen die Standzeit. Werkslack übertrifft diese Werte, Nachlackierungen bleiben häufig darunter.

Muss eine Vollfolierung der Zulassungsstelle gemeldet werden?

Ändert sich die Fahrzeugfarbe vollständig, ist eine Änderungsmitteilung an die Zulassungsstelle üblich, weil die Farbe in den Fahrzeugpapieren vermerkt ist. Reine Werbebeschriftungen lösen das nicht aus. Im Zweifel hilft die Nachfrage bei der zuständigen Zulassungsbehörde.

Worauf achtet die Hauptuntersuchung bei beschrifteten Fahrzeugen?

TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS prüfen, ob Kennzeichen und Beleuchtung frei und lesbar bleiben. Überklebte Leuchten oder Reflektoren gelten als erheblicher Mangel. Folien an der Frontscheibe oder an den vorderen Seitenscheiben führen ebenfalls zu Beanstandungen.

Ist eine Folierung günstiger als eine Lackierung?

Bezogen auf den Quadratmeter liegt Folie meist bei einem Bruchteil des Lackpreises. Der Vorteil sinkt, wenn die Folie vor dem Leasingende entfernt werden muss oder wenn sie nur zwei Jahre hält. Über die gesamte Nutzungsdauer sollte die Rechnung deshalb je Quadratmeter und Jahr aufgestellt werden.

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