
Leitsysteme
Teil von Was sind Leitsysteme und wie funktionieren sie
5 Beispiele für Leitsysteme in öffentlichen Gebäuden
Leitsysteme Beispiele: fünf konkrete Umsetzungen in Rathaus, Bibliothek, Klinik, Bahnhof und Bürgeramt mit Ortsangabe, Normen und Förderwegen für Kommunen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Leitsystem arbeitet auf drei EbenenStandortwegweiser im Eingangsbereich, Geschoss- und Bereichsleitsystem, Beschriftung an der Tür.
- Fünf typische Beispielorte sind Rathaus, Stadtbibliothek, Klinikcampus, Hauptbahnhof und Bürgeramt.
- Sicherheits- und Fluchtwegkennzeichnung sind in Arbeitsstätten verbindlich vorgeschrieben.
- Schriften und Beschriftungsträger folgen Normen wie DIN 1451.
- Kommunale Bauherren können Förderkredite der KfW nutzen.
Was ein Leitsystem in öffentlichen Gebäuden leisten muss
Besucher betreten ein öffentliches Gebäude mit einem Ziel, nicht mit einem Grundriss. Ein Leitsystem beantwortet drei Fragen: Wo bin ich, wo liegt mein Ziel, und welcher Weg führt dorthin?
Drei Fragen des Leitsystems
- Wo bin ich?
- Wo liegt mein Ziel?
- Welcher Weg führt dorthin?
Für Beschäftigte und Besucher in Arbeitsstätten ist die Sicherheitskennzeichnung verbindlich. Welche Anforderungen an Sicherheits- und Rettungszeichen gelten, fasst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin unter Anforderungen an Sicherheitskennzeichnung in Arbeitsstätten zusammen.
Barrierefreiheit kommt hinzu. Kontraste, Schriftgrößen und tastbare Elemente entscheiden darüber, ob ein System für alle Nutzer funktioniert.
Die fünf Beispiele im Überblick
Die Auswahl deckt fünf typische Bauaufgaben ab.
| Gebäudetyp | Ort | Kernaufgabe des Leitsystems |
|---|---|---|
| Rathaus | Leipzig | Ämter und Zimmernummern finden |
| Stadtbibliothek | Stuttgart | Sachgruppen und Medien finden |
| Klinikcampus | Berlin | Gebäude und Stationen finden |
| Hauptbahnhof | Berlin | Ebenen und Anschlüsse erreichen |
| Bürgeramt | München | Wartenummer und Schalter erreichen |
Fünf Beispiele und ihre Umsetzung
- Rathaus in Leipzig.Das Neue Rathaus ist ein großer Verwaltungsbau mit langen Fluren. Typisch ist ein System in drei Stufen: Wegweiser im Foyer, Flügel- und Geschossfarben an den Treppenhäusern, Türschilder mit Amtsname und Zimmernummer.
- Stadtbibliothek in Stuttgart.Der würfelförmige Bau am Mailänder Platz verteilt die Bestände auf mehrere Ebenen. Das Leitsystem verbindet Sachgruppen, Regalwegweiser und Rückenschilder: Jede Sachgruppe erhält eine Farbe, die auf Wegweisern und Buchrücken wiederkehrt.
- Klinikcampus der Charité in Berlin.Die Charité betreibt mehrere Standorte in der Stadt. Ihre Campusbereiche tragen Kürzel wie CCM, CVK und CBF, die Gebäude sind durchnummeriert. Farben und Buchstaben führen von der Haltestelle über das Gebäude bis zur Station.
- Hauptbahnhof Berlin.Der Bahnhof ist ein Turmbahnhof, Reisende wechseln zwischen zwei Bahnsteigachsen und mehreren Ebenen. Die Deutsche Bahn hält dort ihre einheitliche Wegweisung durch: blaue Schilder, weiße Schrift, Piktogramme und Ebenennummern.
- Bürgeramt in München.In großen Bürgerämtern wie dem Kundenzentrum des Kreisverwaltungsreferats in München greifen Leitsystem und Aufrufanlage ineinander. Der Monitor nennt Wartenummer und Schalter, die Beschriftung am Tresen führt zum richtigen Platz.
Was die fünf Beispiele gemeinsam haben
Alle fünf Systeme trennen zwischen Orientierung und Identifikation. Die Orientierung übernehmen Wegweiser, Ebenenangaben und Farben, die Identifikation übernehmen Türschilder, Nummern und Namen.
Zweitens werden solche Systeme nie allein geplant, sondern zusammen mit Beleuchtung, Bodenbelag und Möblierung. Wird die Beschriftung erst nach der Sanierung geplant, fehlen häufig Ankerpunkte für Schilder und Stromanschlüsse für Wegeleuchten.
Normen, Schrift und Förderung
Für Beschriftungssysteme im öffentlichen Raum hat sich die Normschrift DIN 1451 durchgesetzt. Zuständig für diese und weitere Normen zur Schrift und Kennzeichnung ist der Normenausschuss NATG bei DIN.
Material und Beschriftungsträger müssen zum Einsatzort passen. Innenräume, Fassaden und Bodenflächen stellen unterschiedliche Anforderungen an Reinigung, UV-Beständigkeit und Rutschhemmung.
Kommunen können die Ausstattung ihrer Gebäude über Förderprogramme der KfW für öffentliche Einrichtungen mitfinanzieren, etwa im Rahmen des Investitionskredits Kommunen.
Häufige Fragen
Wie viele Ebenen braucht ein Leitsystem?
Bewährt sind drei: eine Übersicht im Eingangsbereich, ein Geschoss- und Bereichssystem an Treppenhäusern und Aufzügen, Türschilder mit Raum- und Funktionsbezeichnung.
Welche Schrift ist für Beschriftungen üblich?
Für Verkehrs- und Orientierungssysteme wird meist die Normschrift DIN 1451 verwendet. Ihre Buchstaben und Ziffern bleiben auch auf größere Entfernung gut lesbar.
Müssen Fluchtwege gekennzeichnet sein?
Ja. In Arbeitsstätten sind Sicherheits- und Rettungszeichen sowie die Kennzeichnung von Fluchtwegen und Ausgängen vorgeschrieben.
Gibt es Zuschüsse für Leitsysteme in kommunalen Gebäuden?
Ja, Kommunen können Investitionen über Förderkredite der KfW finanzieren. Ein Leitsystem wird dabei meist im Zuge einer Sanierung oder Erweiterung mit umgesetzt.



