Firmenschilder
Teil von Wie Sie Firmenschilder planen und genehmigen lassen
Firmenschilder aus Acryl oder Aluminium im Vergleich
Firmenschilder aus Acryl oder Aluminium: Materialvergleich mit Haltbarkeit, Witterungsbeständigkeit, Preisen pro Quadratmeter und Pflegeaufwand für Planer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Acrylglas (PMMA) liefert hohe Farbtiefe und lässt sich leicht fräsen, biegen und kleben.
- Aluminium ist formstabiler, temperaturbeständiger und bei pulverbeschichteter Oberfläche kratzfester.
- Beim Materialpreis pro Quadratmeter liegt Aluminium in der Regel unter Acrylglas.
- Acryl braucht sanftere Reinigung, Aluminium verzeiht mehr, verlangt aber Pflege der Beschichtung.
- Für große Fassaden und Dachkanten sprechen Statik und Witterung meist für Aluminium.
Werkstoffe, Aufbau und typische Stärken
Firmenschilder aus Acryl werden meist aus Acrylglas (Polymethylmethacrylat, PMMA) gefertigt. Plattenstärken von 3 bis 10 Millimetern sind üblich. Das Material lässt sich sägen, fräsen, polieren und mit Wärme biegen. Hersteller wie Röhm führen Plexiglas als Markenname für PMMA. Farbige Varianten entstehen durch eingefärbtes Gießharz oder opake Folien. Mit LED hinterleuchtet wirkt Acryl gleichmäßig hell.
Aluminium-Schilder bestehen aus Blechen ab 1,5 Millimetern oder aus Verbundplatten mit zwei dünnen Aluminiumdecklagen und einem Kern aus Polyethylen. Marken wie Alucobond und Dibond gehören zu diesem Segment. Oberflächen werden eloxiert oder pulverbeschichtet. Beide Varianten nehmen Druck, Folien und Gravuren auf.
Für Beschriftungsträger gelten mehrere Normenreihen, die der zuständige Ausschuss für Materialien und Beschriftungsträger betreut (DIN-Normenausschuss NHRS). Planer finden dort Prüfverfahren zu Maßen, Oberflächen und Kennzeichnung.
Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit
Acrylglas ist UV-stabil und vergilbt bei guter Qualität über viele Jahre kaum. Die Bruchdehnung ist gering, bei punktueller Belastung oder Schlag bricht es. Temperaturschwankungen führen zu Ausdehnung, die Konstruktionen mit Dehnungsfugen erfordern. Im Außenbereich halten Markenplatten nach Herstellerangaben 15 bis 25 Jahre, wenn sie nicht mechanisch beschädigt werden.
Aluminium bildet eine natürliche Oxidschicht und korrodiert an der Luft kaum. Eloxal und Pulverbeschichtung erhöhen den Schutz. Salzige Luft und Streusalz greifen unbeschichtete Kanten an. Bei Kontakt mit unedlen Metallen droht Kontaktkorrosion, Trennlagen helfen. Massive Bleche verziehen sich bei Hitze weniger als Acryl und leiten Wärme stärker.
Wer Schilder in Flucht- und Rettungswegen plant, muss das Brandverhalten beachten. Hinweise zu geprüften Produkten und Prüfzeichen liefert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA zu geprüften Produkten).
Preise pro Quadratmeter in Euro
Materialpreise hängen von Stärke, Marke, Farbe und Abnahmemenge ab. Die Übersicht nennt Orientierungswerte aus dem Fachhandel für Einzelplatten, netto und ohne Zuschnitt, Bedruckung oder Montage. Ein verbindliches Angebot ersetzt diese Spannen.
| Kriterium | Acrylglas (PMMA), 3 bis 5 mm | Aluminium, Blech oder Verbund |
|---|---|---|
| Materialpreis je m² (netto) | 45 bis 95 Euro | 25 bis 70 Euro |
| Gewicht je m² | 3,6 bis 6,0 kg | 4,0 bis 8,0 kg |
| Kratzfestigkeit | gering bis mittel | mittel bis hoch (beschichtet) |
| Formgebung | biegen, fräsen, kleben | kanten, biegen, schweißen |
| Reinigung | lauwarm, ohne Alkohol | milde Reiniger möglich |
| Entsorgung | Werkstoffrecycling möglich | gut recycelbar |
Beispielrechnung: Ein Fassadenschild misst 1,20 mal 0,80 Meter, also 0,96 Quadratmeter. Acrylglas zu 65 Euro je Quadratmeter ergibt 62,40 Euro Materialkosten. Eine Aluminium-Verbundplatte zu 40 Euro je Quadratmeter ergibt 38,40 Euro. Die Differenz beträgt 24,00 Euro vor Zuschnitt, Druck und Montage. Hinterleuchtung, Gravuren und Sonderfarben verschieben die Kalkulation deutlich nach oben.
Pflegeaufwand im Alltag
Acrylglas verlangt eine schonende Behandlung. Mikrofasertücher, lauwarmes Wasser und ein pH-neutraler Reiniger genügen. Alkohol, Aceton und Scheuermilch greifen die Oberfläche an und erzeugen Spannungsrisse. Kratzer lassen sich nur mit Polierpaste mildern, tiefe Spuren bleiben sichtbar. Statische Aufladung zieht Staub an.
Pulverbeschichtetes Aluminium ist robuster. Milde Haushaltsreiniger und ein weiches Tuch reichen meist aus. Beschädigte Beschichtungen lassen sich ausbessern, Kratzer im Eloxal nicht. Kalkränder und Streusalz sollten zeitnah entfernt werden, damit die Oberfläche nicht angegriffen wird.
Beide Werkstoffe trennen sich am Ende ihrer Nutzung. Die Produktverantwortung für Materialien und Abfälle beschreibt das Umweltbundesamt (Umweltbundesamt zur Produktverantwortung). Aluminium lässt sich einschmelzen, PMMA wird werkstofflich oder rohstofflich verwertet.
Häufige Fragen
Welches Material eignet sich für Fassadenschilder im Außenbereich?
Für große Flächen spricht die Formstabilität für Aluminium. Acrylglas eignet sich für hinterleuchtete und farbintensive Schilder, wenn die Unterkonstruktion Bewegung aufnimmt.
Wie lange halten Acryl und Aluminium?
Acrylglas hält bei guter Qualität im Außenbereich oft 15 bis 25 Jahre. Beschichtetes Aluminium übertrifft diese Werte häufig, wenn Kanten geschützt und Schäden ausgebessert werden.
Was kostet ein Firmenschild pro Quadratmeter?
Bei Materialkosten liegt Aluminium meist zwischen 25 und 70 Euro je Quadratmeter, Acrylglas zwischen 45 und 95 Euro. Fertig montierte Schilder kosten ein Mehrfaches, abhängig von Größe, Beleuchtung und Befestigung.
Wie reinige ich Acrylglas ohne Kratzer?
Nur lauwarmes Wasser, ein weiches Mikrofasertuch und pH-neutralen Reiniger nutzen. Lösemittel, Alkohol und Scheuermittel meiden.
Sind beide Materialien recycelbar?
Ja. Aluminium wird eingeschmolzen und neu verarbeitet. PMMA lässt sich sortenrein sammeln und werkstofflich verwerten, gemischte Verbundplatten sind aufwendiger.